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Monitoring von Oracle Forms-Applikationen mit Real User Experience Insight (RUEI)

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Werden Oracle Forms-Applikationen in Unternehmen eingesetzt, gibt es ein starkes Interesse des IT-Betriebs zu erfahren, wann die Antwortzeiten der Applikation bei den verteilten Endbenutzern (z.B. Niederlassungen im Ausland, regionale Filialen) ein akzeptables  Maß überschreiten. Der Betrieb erfährt häufig erst davon, wenn sich die Frustration der Anwender über Beschwerden entlädt, da die zentralen IT-Systeme (Datenbank, Application Server) scheinbar normal funktionieren.

Mit Oracle Real User Experience (RUEI) ist es möglich, den kompletten Netzwerkverkehr zwischen zentraler IT und den Arbeitsplätzen der Anwender mitzuschneiden und so auszuwerten, dass Abweichungen vom regulären Betrieb und deren Ursachen rasch erkannt werden können. RUEI kann für Forms- aber auch beliebige andere  Web-Anwendungen eingesetzt werden. Der folgende Post beschreibt die Besonderheiten beim Einsatz mit Oracle Forms-Anwendungen.

Wie setze ich RUEI auf ?
Oracle RUEI wird als dedizierter Server im Netzwerk über Port-Spiegelung oder ein TAP so angeschlossen, dass der komplette Netzwerkverkehr zwischen dem Applikations-Server und den Endbenutzern aufgezeichnet werden kann.
Eine grafische Admin-Oberfläche ermöglicht die Konfiguration des RUEI-Servers. Zunächst werden die zu überwachenden Netzwerk-Ports und die Art der Applikation festgelegt.
Im Falle von Oracle Forms-Applikationen sind dies der HTTP-Port des Application Servers (z.B. 9001).

RUEI PortsFür den ausgewählten Port muss das verwendete Protokoll eingestell werden. Für aktuelle Forms-Appplikationen wird dies normalerweise HTTP im Forms Servlet Mode sein.

RUEI ProtocolsAls nächstes muss der Typ der Applikation festgelegt werden. Da RUEI sich historisch zunächst auf die Oracle E*Business Suite konzentriert hat, werden Oracle Forms-Applikationen als spezielle Instanzen der E*Business Suite betrachtet und müssen folglich unter dem Menü-Punkt Suites => New Suite eingerichtet werden.

Image

Der aus den einzelnen Eingaben konstruierte Filter legt fest, welche Nachrichten anschließend aufgezeichnet werden. Hier muss man darauf achten, dass die Filterbedingung nicht zu eng (z.B. http://*myform.app:9001/forms/frmservlet) definiert wird, da der eigentliche Netzwerkverkehr einer Forms-Applikation über das Forms Listener Servlet (../forms/lservlet/) vermittelt wird.

Wie funktioniert die Aufzeichnung ?
Nach der Konfiguration sollten Forms Session, die der Filter-Bedingung entsprechen aufgezeichnet werden. Dies kann man überprüfen, indem man sich in der Admin-Oberfläche von RUEI die Collector Statistics anschaut. Einen exakteren Einblick erhält man, indem man sich als User moniforce  am RUEI-Server anmeldet und in das Verzeichnis /var/opt/ruei/processor/data/<host>/http/<datum>/proc2/ navigiert. In diesem Verzeichnis wird pro Minute eine Archiv-Datei (*.gz) angelegt, die sämtliche Nachrichten (Request/Response) im jeweiligen Zeitraum enthält. Bereits an der Größe der Dateien ist erkennbar, ob Forms-Nachrichten im Netz ausgetauscht wurden. Entpackt man die Archive, kann man sich die Nachrichten in einem Text-Editor genauer anschauen.

Welche Besonderheiten sind bei Forms-Applikationen zu beachten ?
Hier muss man sich daran erinnern, dass bei Forms-Applikationen Meta-Daten in verschlüsselten HTTP-Paketen übertragen werden. RUEI ist durch die Festlegung der Forms-Applikation als Suite vom Typ EBS in der Lage, die Forms-Nachrichten zu entschlüsseln und aufzuzeichnen. Der Beginn einer Forms Session wird durch einen entsprechenden Kommentar von RUEI in die Nachricht geschrieben. Alle weiteren Nachrichten, die zur selben Session gehören, werden standardmäßig durch die jsessionid identifiziert und zugeordnet. Dies ermöglicht später im Rahmen der Auswertung die komplette Verfolgung einer Session. Der beim Login verwendete Benutzer wird aus der Standard-Login-Maske von Forms entnommen. Wird an Stelle des Standard-Login eine eigene Maske verwendet, kann das Feld angegeben werden, in dem der Benutzername erfasst wird.

Wie können die aufgezeichneten Forms-Sessions ausgewertet werden ?
Die aufgezeichneten Daten werden mit einem geringen Zeitverzug von wenigen Minuten in ein Data Warehouse (Oracle) geladen und können nach verschiedensten Kriterien (Dimensionen) aufbereitet und ausgewertet werden.
So bietet es sich an, für Forms-Applikationen ein spezielles Dashboard mit vordefinierten Tabellen und Diagrammen anzulegen, das dem Betrieb einen aktuellen Überblick über den Zustand der Forms-Applikationen gibt.
Durch die Auswahl der Dimensionen im linken Bereich und dem Setzen von Filtern können passgenaue Auswertungen, wie z.B. über die Häufigkeit des Aufrufs bestimmter Module erstellt werden.

RUEI AuswertungDurch die lückenlose Aufzeichnung aller Forms-Nachrichten können einzelne Sessions im Detail verfolgt werden. Die Page Load Time gibt einen Hinweis darauf, wie lange bestimmte Aktionen beim Anwender gedauert haben. Durch das Setzen von Schwellwerten können Benachrichtigungen (Alerts) beim Überschreiten kritischer Werte ausgelöst werden.

RUEI SessionWelche Forms-Versionen werden durch RUEI unterstützt ?
Grundsätzlich können auch Forms-Applikationen älterer Versionen mit RUEI überwacht werden. Allerdings wurden mit Forms 11g, Release 2 zwei interessante Erweiterungen implementiert, die die Arbeit mit RUEI wesentlich vereinfachen (Release Notes):

  1. Durch das Setzen der Umgebungsvariable FORMS_RUEI_SEND_FORM_NAME=true in der Datei default.env (oder einer eigenen *.env-Datei) wird jeder Forms-Nachricht der Name des Forms-Moduls mitgegeben. Damit ist eine eindeutige Zuordnung der Forms-Objekte (z.B. Windows) zu den Forms-Modulen möglich.
  2. Mit dem Forms Build-In message() können im Parameter user_response zwei Konstanten (RUEI_BEGIN, RUEI_END) mitgegeben werden. Diese werden dem Benutzer nicht angezeigt, aber in den aufgezeichneten Nachrichten vermerkt. Auf diese Weise ist es möglich, Beginn und Ende von bestimmten Vorgängen (z.B. fachlichen Transaktionen) zu markieren und einer Auswertung durch RUEI zur Verfügung zu stellen.

RUEI Begin<JM>

Written by fmtechteam

27/05/2013 um 15:49

Veröffentlicht in Appserver, Forms, Jürgen Menge, RUEI

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